Mit ihr fing alles an...

Mit ihr fing alles an...
Die Wolfgangskapelle bei Böbrach: Pilgerwanderung mit Mitgliedern und Freunden des Vereins "Pilgerweg St.Wolfgang". Der Verein erarbeitet derzeit die Wolfgangsweg-Strecke "Regensburg - Böhmen".

Freitag, 17. Mai 2013

"Jeder Mensch trägt in sich eine Sehnsucht."

Gestrige Gesprächsrunde im Katholischen Pfarrsaal in Viechtach
Jeder Mensch trägt in sich die Sehnsucht nach etwas Höherem, etwas, was unsere gewohnten Grenzen überschreitet. Angetrieben von dieser Sehnsucht macht er sich auf den Weg und geht das Wagnis des Loslassens und Eintauschens gegen etwas Unbekanntes, Besseres, ein...

Im Wort "Wagnis" steckt der Wortstamm "Weg". Jeder Lebensweg ist auch ein Pilgerweg. Jeder Pilgerweg ist wie eine Spiegelung und Bewußtmachung des Lebensweges....

In einem eineinhalbstündigen Vortrag legte Hildegard Weiler, 1. Vorsitzende des Vereins Pilgerweg St. Wolfgang, einem interessierten Kreis von fünfzehn Zuhörerinnen und Zuhörern die verschiedenen Phasen des Pilgerns dar und stellte diese in Beziehung zum Sterbevorgang, der auch als Wagnis des Tauschens und als Aufbruch verstanden werden darf.

Ort des Geschehens: Katholischer Pfarrsaal, Viechtach; Zeit: Donnerstag, 19.30 Uhr.

Carola Pätzold, 1. Vorsitzende des Hospiz-Vereins Viechtach, hatte Weiler um diesen Vortrag mit dem Titel "Pilgern und Sterben" gebeten und damit einen einen innovativen Akzent gesetzt: Zwei auf den ersten Blick völlig konträre Vereine treten in einen lebendigen Dialog und entdecken dabei interessante Gemeinsamkeiten in der Zielorientierung.Weitere Begegnungen sind anvisiert, so ein Projekt "Stundenpilgern" noch in diesem Sommer.

Unterlegt wurden Weilers faszinierende Ausführungen von anschaulichen Texten aus dem Buch "Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers" (Herder Verlag), vorgetragen von Dorothea Stuffer, 2. Vorsitzende des Pilgervereins. Pilgervereins-Mitglied Karla Singer streute zusätzlich einige kurze Texte zur Pilger- und Sterbe-Erfahrung ein, darunter einen Text von Grenz-Erfahrungen des Bergsteigers Reinhold Messner und ein Gedicht von Marie Hüsing

In einen lebendigen Dialog trat die hochkonzentrierte Gruppe bei der abschließenden Betrachtung des Ölgemäldes "Offenställe" von Dorothea Stuffer. Aus den Reihen des Hospizvereins kam der Vorschlag bei der Sterbe-Begleitung (gerade auch bei dementen Patienten!) mit solch farbenfrohen und natur- und tierbezogenen Bildern innere Bilder der Hoffnung zu wecken. Alle bekamen eine Farbkopie des Gemäldes mit nach Hause.

Als Dank überreichte Carola Pätzold den Vortragenden einen Geschenk-Korb mit deftiger Pilger-Kost und ein Margaritenbäumchen für die Wolfgangskapelle bei Böbrach:

v.l.n.r.: Christa Frank (2. Vorsitzende des Hospizvereins), Dorothea Stuffer, Hildegard Weiler, Karla Singer, Carola Pätzold.





„Nein“,
sagte ich.
„Es lohnt nicht
zu beginnen,
der Weg ist
zu mühsam,
das Ziel ist zu fern
Ich erreiche es nicht.“

„Was redest du da?“
fragte Er gütig.
„Ich bin der Anfang,
Ich bin das Ende.
Von einem Punkt
Bis zum anderen
Führt meine Liebe.
Hier, nimm meine Hand.
Und nun komm!“
Ich war verwundert,
doch ich schlug ein.

Seither
Bin ich mit Ihm
Unterwegs.

 (Marie Hüsing)
                                                                                                       


Weitere Links:

Vorstudien zum Votrag mit Hildgard Weiler

Die Bildinterpretation in Kurzform

Muttergottes und Pilgerin

Kommentare:

  1. o dori,

    du künstlerin nicht nur der farbe, sondern auch der worte!
    was hast du da wunderbares ins internet gestellt!
    eine fantastische beschreibung unseres abends, dazu die fotos in lichtumwobener stimmung!

    es WAR eine sternstunde für uns beide vereine, keine frage. und es hat erst angefangen, I'm sure.

    ma bien très chère, mon trésor à jamais (lass dir von sophie übersetzen ...)

    ta carole

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    1. Liebste Carola, ich freue mich, dass Dir die Präsentation dieses wunderbaren Abends gefällt! Du hast alles so toll organisiert und zusammengefügt, und der Geschenk-Korb ist sooo doll stark im Pilgerflair!

      Die Margariten werden nun den Sommer auf der Kapelle be-sternen!

      Bereits am Dienstag erscheint ein bebilderter Bericht in der Kötztinger Zeitung!

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  2. Danke sehr! Ich bin nur traurig, dass ich nicht dabei war!

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    1. Es war wunderschön, und ich weiß, dass du es alles sehr tief verstanden hättest, Anastasia! Danke für den Kommentar! Alles Gute beim Studium in Passau!

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